Diese absurde Matheaufgabe ist tatsächlich passiert

Viele Leute beschweren sich über absurde Matheaufgaben, die nie im Leben wahr werden. “Wer lässt sich so etwas einfallen?”, fragen sie bestürzt. Das ist verständlich. Denn keiner rechnet gerne wie schnell ein Becken gefüllt ist, wenn aus zwei Wasserhähnen 3l pro Minute und einem Wasserhahn 1l pro Stunde fließen. Liebe Mathelehrer und Matheliebhaber, viele Schüler haben euch die Nerven gekostet, wegen den mies formulierten oder realitätsfernen Textaufgaben. Hier ist solch eine unrealistische Matheaufgabe die meinen Eltern passiert ist:

Ein halbes Hähnchen kostet 3,50€. Während die Verkäuferin noch rohe Hähnchen an die Spieße steckt, kommt eine Kundin und bestellt 3 halbe Hähnchen. Sie sagt, dass sie kurz zu dem Supermarkt gehen und wieder kommen möchte. Die Kundin hinterlässt 10,50€, die Summe für ihre Bestellung, im Münzteller auf dem Tresen und geht.

Etwas später kommt eine weitere Kundin. Sie bestellt ein halbes Hähnchen. Die Verkäuferin schneidet das Hähnchen herunter und verpackt es. Die zweite Kundin tut so, als wenn das Geld im Münzteller ihr gehöre. Die Verkäuferin rechnet das halbe Hähnchen ab und gibt der zweiten Kundin 7,00€ wieder.

Nachdem die zweite Kundin gegangen ist kommt die erste Kundin. Sie möchte ihre Bestellung abholen. Als die Verkäuferin um die Bezahlung bittet, sagt die Kundin:”Aber ich habe Ihnen das Geld doch hier hin gelegt.”

Wie viel Geld schuldet die zweite Kundin der Verkäuferin?

Diesen Vorfall hat mir mein Vater soeben am Telefon erzählt. Habt ihr eine Idee wie viele halbe Hähnchen die zweite Kundin bezahlen muss? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, denn ich bin auch nicht so gut im Rechnen.

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13 thoughts on “Diese absurde Matheaufgabe ist tatsächlich passiert

  1. Das ist ja mal ein Ding 😀 wenn du nicht geschrieben hättest dass es wirklich passiert ist, würde ich es nicht glauben 🙂
    Wirklich wie aus dem Mathebuch!

    Zur Aufgabe: Ich denke ja, dass die erste Kundin eigentlich nichts schuldet, jedoch hat die Verkäuferin wohl das Geld nicht gesehen. Also schuldet die Kundin der Verkäuferin den vollen Betrag. Kann das sein?

    Ist bekannt wie es weiter ging? 🙂

    1. Hey merxuu!

      Ja da hast du recht. 🙂 Die Verkäuferin hat das Geld nicht gesehen, weil sie dabei war Hähnchen aufzuhöngen. Die erste Kundin schuldet nichts. Ihr hat die Verkäuferin auch die Hähnchen überreicht.

      Es gingen insgesamt 4 halbe Hähnchen über den Tisch, aber nur für ein halbes Hähnchen wurde bezahlt. Daher ist die Verkäuferin um drei halbe Hähnchen im Minus.

      Beste Grüße

    2. Nein – die zweite Kundin schuldet der Verkäuferin nichts – da sie mit dem Geld der ersten Kundin bezahlt hat. Die zweite Kundin schuldet demnach nur der ersten Kundin – 3,50…;-)

    3. ach äh…quatsch…nicht 3,50 meinte ich, sondern natürlich die ganzen 10,50 Euro…schuldet die zweite Kundin der ersten Kundin. Die Verkäuferin hat ihr Geld (für ein halbes Hähnchen) bekommen. Also schuldet momentan der Verkäuferin niemand etwas….;-) sondern eben nur die 2. Kundin der 1. Kundin…;-) und wieviel? Na soviel wie erst da lag (von der ersten Kundin) und jetzt weg ist (genommen / benutzt von der zweiten Kundin)….also: 10,50 Euro.

  2. Ich bin wohl besser in Mathe als in Jura, würde aber auch annehmen, dass der ersten Kundin der Verlust des Geldes nicht anzulasten ist. Man könnte sich allenfalls darüber streiten, inwiefern die erste Kundin vernachlässigt hat die Aufmerksamkeit der Verkäuferin zu erregen.

    Manchmal sind diese Aufgaben Typus “Fangfrage” wohl ganz bewusst so gestellt: Ich erinnere mich aus meiner Schulzeit an eine Textaufgabe, in welcher eine Person Kühe auf einer Weide beobachtet. Die Frage war: “Wieviele Kühe stehen auf der Weide?” Es gab eine scheinbar “wirre” Beschreibung, ähnlich wie hier, anhand derer eine Gleichung (bzw. sogar ein Gleichungssystem) aufgestellt werden konnte, welches eine Lösung wie “3,5” lieferte. Demnach müssten 3 und eine halbe Kuh auf der Weide stehen. Mein Mathelehrer freute sich diebisch, als wir beim Formulieren des Antwortsatzes entsprechend ins Stocken kamen – zumal die Verwirrung bewies, das wir uns als Schüler nicht jeden Blödsinn unterjubeln liessen ;). Und gelernt haben wir: Keine Lösung ist auch eine Lösung.

    Heute bin ich Chemielehrerin und bemühe mich um realitätsnahe Aufgaben (was zugegebenermassen nicht immer ganz einfach ist). Ganz besonders mag ich dabei solche, die nicht mit Mathematik allein zu lösen sind, sondern realitätsnahes Denken fördern – wie z.B. eine quadratische Gleichung, die eine positive und eine negative Zahl als Lösungen für eine Stoffmenge liefert, sodass die Schüler zu entscheiden haben, welche davon die eine richtige Lösung für die Textaufgabe ist – oder eben das eher juristische als mathematische Brathähnchen-Problem :).

    1. Danke sehr für diesen informativen Kommentar! Das ist ein interessanter Punkt. Ich glaube alleine wäre ich nicht darauf gekommen, dass die erste Kundin auf das Geld aufmerksam machen müsste. Es ist ja üblich die Anforderungen an die Verkäuferin zu stellen bzw. sie von vornherein der Unaufmerksamkeit zu bezichtigen, was teilweise richtig ist. Sie konzentrierte sich in dem Moment ja auf ihre Arbeit, nur auf eine andere Tätigkeit, wie auch immer. 🙂
      Die Textaufgabe mit den Kühen ist ja fast schon gemein, aber viel lehrreicher als eine Aufgabe mit einer Lösung.
      Ich sehe, Sie sind mit Herz und Seele bei Ihrer Arbeit. Das ist ungemein motivierend. Gerade im Chemieunterricht ist die Nähe zur Realität eine große Herausforderung. Also: Weiter so!

  3. Hier handelt es sich nicht um eine Matheaufgabe, sondern eher um einen juristischen Lehrbuchfall…

    Bei der 2. Kundin ist die Sache klar, Sie schuldet 10,50 € (und sie hat unzweifelhaft eine Straftat begangen). Die Frage ist nur wem Sie die 10,50 € schuldet… dazu müsste man sich jedoch tief in die Rechtsprechung einlesen, um beurteilen zu können ob die Kundin 1 durch das Ablegen des Geldes auf dem Münzteller ihrer Verpflichtung zu Errichtung des Kaufpreises wirksam nachgekommen ist – ich meine : ja. In diesem Fall schuldet die Verkäuferin der Kundin 1 die Hähnchen. Ob sie die Bezahlung der Kundin 1 in ihrem Münzeller, in ihrer Kasse oder sonst wo liegen lässt ist dazu irrelevant, da sich das Geld in ihrem Herrschaftsbereich (ihrem Tresen befindet). Sie könnte theoretisch auf ihrer Ablage auch bündelweise 500€ Scheine ablegen, sobald ein Kunde dieses Geld nimmt um damit Hähnchen zu bezahlen begeht er einen Diebstahl.

    Kurz zusammengefasst: Kundin 1 hat Anspruch auf die Hähnchen und Kundin 2 hat einen Diebstahl von 10,50€, in Form von 7€ Bargeld und Waren im Wert von 2,50€, begangen (ob sie das Geld aus dem Münzteller nimmt oder aus der Kasse ist irrelevant)

  4. Ich würde sagen die erste Kundin schuldet nichts, da sie alles bezahlt hat.
    Die zweite Kundin schuldet erstmal die 10,50€, welche ihr nicht gehörten und zusätzlich ein halbes Hänchen. Insgesamt also 14,00€.

  5. Die zweite Kundin schuldet der Verkäuferin 14 €. 10,50 €, die Sie unterschlagen hat und 3,50 € für ihr eigenes halbes Hähnchen.

  6. hm, das ist ja interessant! Bisher hat noch niemand die Antwort auf die eigentliche Frage “Wie viel Geld schuldet die zweite Kundin der Verkäuferin?” gegeben?!! 😉

    dann hier zumindest meine Antwort: die zweite!!!!! Kundin schuldet insgesamt 14 EUR –> 10,50 EUR, die der ersten Kundin gehören, plus ihr erworbenes halbes Hähnchen mit 3,50 EUR.
    Ob sie nun letztlich der Verkäuferin “nur” 3,50 EUR schuldet und der ersten Kundin 10,50 EUR, über diese Aufteilung liese sich sicher streiten.

    Den Aspekt, dass die erste Kundin auf das bereits hinterlegte Geld aufmerksam machen hätte sollen, spielt aktuell m.E. keine Rolle.
    Die zweite Kundin hat die moralische Verantwortung, das ihr nicht gehörende Geld auch nicht zu nutzen und entsprechend ihr bestelltes halbes Hähnchen aus eigener Tasche zu zahlen.

  7. hm, das ist interessant. Bisher gab es noch keine Antwort auf die Frage “Wie viel Geld schuldet die zweite Kundin der Verkäuferin?”

    dann hier meine Antwort: die zweite!!! Kundin schuldet insgesamt 14 EUR –> 10,50 EUR, die der ersten Kundin gehören, plus 3,50 EUR für ihr erworbenes halbes Hähnchen.
    Über die eigentliche Aufteilung liese sich sicher streiten, d.h. ob die zweite Kundin der Verkäuferin “nur” 3,50 EUR für das halbe Hähnchen schuldet und der ersten Kundin 10,50 EUR. Oder eben die gesamte Summe direkt in die Hände der Verkäuferin gehen sollen.

    Der Aspekt, die erste Kundin hätte auf die Hinterlegung des Geldes aufmerksam machen sollen, spielt m.E. hier in der Geldfrage keine Rolle.

    Vielmehr hat die zweite Kundin die moralische Verantwortung, das ihr nicht gehörende Geld, auch nicht zu nutzen!

  8. Da habe ich, von den vorangehenden Kommentaren fehlgeleitet, vielleicht ein Bisschen zu sehr aus der Sicht der Verkäuferin gedacht, die am Ende der Situation den Schaden und ein Interesse an dessen Begleichung hat. Da habe ich die eigentlich einfache Frage nach den Schulden der _zweiten_ Kundin geradezu überlesen (warum einfach, wenns auch kompliziert geht 😉 ).

    Was die Höhe der Schulden betrifft, muss ich allerdings “Schönes Beispiel” rechtgeben: Die zweite Kundin hat tatsächlich “nur” 7 Euro (das Wechselgeld aus der Schale) und ein halbes Hähnchen gestohlen. Die verbleibenden 3,50€ sind ja ganz ordnungsgemäss von der Schale in die Kasse gewandert (wenn auch nicht zum angedachten Zeitpunkt). Wenn wir dann annehmen, dass die Diebin das gestohlene Hähnchen isst, bevor sie gestellt wird, und die Verkäuferin nur noch dafür entschädigen kann, kommen wir auf 7€ + 3,50€ Entschädigung, also 10,50€, welche die zweite Kundin der Verkäuferin schuldet.

    Bedeutungslose Informationen (hier die Umstände des Geschäfts mit der ersten Kundin) zu erkennen und auszuklammern soll mit solchen Aufgaben übrigens auch geübt werden. Und dass solche Übung Not tut, beweisst ja schon der Anfang dieses Kommentarverlaufs ;).

  9. Die zweite Kundin hat keinerlei Schulden sie hat ja bezahlt nicht mir ihrem geld aber sie hat bezahlt

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