Meine erste Pressekonferenz, Sascha Lobo und Blogs

Es kam spontan. Ich sah seine Frisur schon von weiter Entfernung. Sonst habe ich ihn nur in der Zeitung oder im Fernsehen gesehen, aber da saß Sascha Lobo persönlich an seinem Computer. Ich sprach ihn an und ehe ich mich versah reichte er mir schon eine Karte zu seiner Presse- und Interessiertenkonferenz und gestikulierte euphorisch während er verkündete, dass er eine Weltneuheit vorstellen werde.

Mehr Reichweite für Verleger 

In einem Konferenzraum im Pressebereich, stellte er die Zusammenarbeit der Lufthansa mit sobooks.de vor. Sobooks ist sein eigenes StartUp und die Kooperation mit der Lufthansa ist Lobos letzter großer Coup. Wenn die Verlage erst mal die Chance erkennen und auch diese Nische erschließen, dann kann daraus ein großer Erfolg werden. Warum gehetzt in der Flughafen-Buchhandlung einkaufen, wenn es doch viel entspannter und vor allem leichter geht? Es ist die Gemütlichkeit des Menschen, die Amazon und McDonalds zu großen Marken werden ließ. “Finde deine Nische”, raten viele Lehrbücher und Medienmanager und daran hat sich Sascha Lobo gehalten.

Die Pressekonferenz war übrigens nicht sonderlich voll. Kein Wunder, ist ja auch kein umstrittenes Thema. Sascha Lobo rührte kräftig an der Werbetrommel. Und ich tat das, was ich immer tue: Fragen stellen. Komischerweise war ich auch die einzige die Fragen gestellt hat.

Der Internetguru über Blogs

Nach der Veranstaltung nutzte ich die Gelegenheit ihn über die Zukunft von Blogs zu fragen. Darauf antwortete er: “Ich glaube in Deutschland werden Blogs mittelmäßig voran gehen.” Eine Steigerung, wie in den USA, sehe er nicht. Das liegt auch daran, dass man mit einem englischsprachigen Blog ein viel breiteres Publikum hat. Auch ist die Mediennutzung in Deutschland anders als in den USA. In beiden Ländern sitzt der Fernseher auf Platz eins. Gleich darauf folgt in Deutschland das Radio. In den USA sind das Mobiltelefon auf dem zweiten und das Internet auf dem dritten Platz, laut statista. Die ARD-ZDF-Onlinestudie zur Mediennutzung erfasst Mobiltelefone nicht. Das sagt alle über die Bedeutungsunterschieden in beiden Ländern.

Der Blog im Heuhaufen

Meines Erachtens hat das Interesse an Blogs in Deutschland abgenommen, weil es keine Richtlinie gibt. Alle Blogs erscheinen wie gleichwertige Internetpräsenzen nebeneinander. Vom blutigen Anfänger bis zum professionellen Schreiberling ist jedes Level vertreten. Keiner hat Lust auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Auf der anderen Seite wittern junge Menschen Geld und richten sich einen Blog ein. Manche haben tatsächlich das große Geschäft vor Augen, andere geben sich mit Freebies zufrieden. Offenbar wurde da einiges falsch verstanden. Wir Blogger sollten uns echt mal an die eigene Nase fassen, bevor wir uns beschweren. Neuer Schwung wird in die Blogsphäre kommen, wenn sich User an Marken orientieren. Zu diesen Marken gehören die Huffington Post Blogs genauso, wie Denkerinnen.de und der Blog der politikorange. Wenn Blogger Erfolg in ihrem Metier haben möchten, sollten sie beginnen zu kooperieren bevor es zu spät ist.

(Übrigens gibt es einen tollen Artikel auf t3n zu Sascha Lobos StartUp und auch einen Artikel von mir auf denkerinnen.de.)

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