Warum blogge ich? – Blogparade

Menschen aus jedem Berufsstand fragt man: “Warum machst du das?”. Manche haben einfach keinen anderen Job gefunden und andere finden Selbsterfüllung im Beruf. Nun ist das Bloggen längst keine Berufstätigkeit. Manche bezeichnen es abfällig als Hobby und andere rätseln lieber weiter, als sich festzulegen. Es ist schwierig vom Bloggen bloß als Hobby zu sprechen, weil es Leute gibt die viel Zeit und Geld investieren in ihre Blogs und auch gut damit verdienen. Auf der anderen Seite ist da die große Mehrheit, die ihren Blog als Hobby führt. Und dann gibt es da noch die klitzekleine Minderheit, die Blogs als Instrumente der Demokratisierung sehen. Eine Demokratie kann nur mit der freien Meinungsäußerung und dem gegenseitigen Austausch funktionieren.

Aller Anfang…

Das erste Mal habe ich mit 12 Jahren anonym gebloggt. Ich war ziemlich erstaunt, wie Leute höchst private Dinge über ihre Blogs veröffentlichten. Meine Schulkameraden fanden Blogs nicht so toll. Sie sahen in Blogs ein persönliches Tagebuch und was persönlich ist hat persönlich zu bleiben, fanden sie. Erst Jahre später fand ich interessierte Leute an der Uni, die mehr in Blogs sahen als, nun ja, Tagebücher. Und so entstand unser Gemeinschaftsblog.

Dass es so viele Blogs gibt, ist der höchste Ausdruck einer Gesellschaft der Schriftkultur.Es gibt Gesellschaften, die bis heute eine ausgeprägte orale Kultur haben. Es gibt Gesellschaften mit einer starken Bildkultur, wie etwa das Italien des Quattrocento. Und dann gibt es Gesellschaften, wie die unsere, mit einer ausgeprägten Schriftkultur, eine Kultur des écriture-lecture, also des Schreiben-Lesens.

eine Kultur des Lesen-Schreiben

Menschen dieser Kultur identifizieren den anderen durch das Lesen und öffnen sich durch das Schreiben. Dies wiederholt sich immer wieder, so dass ein nichtabgeschlossener Dialog entsteht. Die Bedingung für den nichtabgeschlossenen Dialog ist die Fortführung des Lesen-Schreiben. Wenn die Kommentierung aufhört, hört der Dialog auf, hört der Wachstum der Demokratie auf.

Lesen bedeutet nicht nur einen Text zu erfassen. Lesen bedeutet auch etwas aufheben, ernten, aufnehmen, aber auch aussortieren und entfernen. Wer liest kann gleichsam das Wissen eines anderen ernten bzw. aufnehmen. Oder jemand negiert das Gelesene und sortiert es aus. In jedem Fall entsteht ein Dialog, eine Auseinandersetzung. 

Lesen ist also viel mehr als ein müßiger Zeitvertreib. Auch Julia Kristeva, Psychoanalytikerin und Philosophin unserer Zeit, sieht im Lesen eine aktive Teilnahme und Aneignung. Während das Schreiben ein kreativer Prozess ist in dem Menschen etwas produzieren. Und aus eben diesen Gründen blogge ich. Ich möchte an der Gesellschaft teilhaben, Wissen und Gedanken austauschen, andere Perspektiven und Ideen kennen lernen.

Die Blogparade

Sicher hat jeder Blogger eine andere Antwort auf diese Frage. Hier findest Du und finden Sie die anderen Teilnehmer der Blogparade:

Uno.Dos.Très Chic https://ornellacesca.wordpress.com

Blogs von Sandra blogsvonsandra.blogspot.com

Lara Go www.lara-ira.de

Annika Michel www.secrelicious.blogspot.de

G. von A handful of literature www.ahandfulofliterature.com 

Nicole Inez – Deine PsychoLogin nicoleinez.wordpress.com

Daily Minni www.daily-minni.de

Sabienes Shelm http://frau-sabienes.de 

Rahel, Caecilia, Tigest – Aus Versehen www.aus-versehen.weebly.com

Sidney Kunz www.mo-reli.blogspot.com

Mara Popara www.marasvilla.com

Silvia Tichler www.silviaschreibt.de

Riri Mahina http://Blog.ririmah.de

Pollys Reisen http://pollys-reisen.blogspot.de

Caroline http://diemadam.blogspot.de

Eva We http://www.evakommamaria.wordpress.com

Nicole Haase/NIFashionCol http://nifashioncol.blogspot.de/

Lima Liso http://www.limalisoy.de


Quellen und weitere Literatur: 

https://books.google.de/books?id=ZnLWZVzeoDwC&pg=PA34&lpg=PA34&dq=lesen+schreiben+literaturtheorie&source=bl&ots=ldsmaNOpeJ&sig=49448lgMz31-CrlG_hgw1aFaq6A&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwipzsL8sLjJAhVF-w4KHWKxBQQQ6AEIJTAB#v=onepage&q=lesen%20schreiben%20literaturtheorie&f=false

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